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Perikopenrevision

Wie kommt die Bibel im Gottesdienst zu Wort? Was wird gelesen? Worüber wird gepredigt? Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte der evangelischen Kirchen in Deutschland gibt Antwort. Ab dem 1. Advent 2014 bis zum Ewigkeitssonntag 2015 wird der Entwurf zur Neuordnung der biblischen Lesungen und Predigttexte erprobt.

Anliegen

Fast 40 Jahre nach der letzten Überarbeitung haben EKD, VELKD und UEK beschlossen, die Perikopenordnung behutsam weiterzuentwickeln. So soll der Anteil alttestamentlicher Texte etwa verdoppelt werden. Insgesamt wird mehr Abwechslung gewünscht, was biblische Bücher, aber auch Textgattungen und Themen angeht. Auch die Wochensprüche und Wochenlieder werden in die Revision einbezogen. Alle Texte sollen sich nach dem Konsonanzprinzip möglichst gut in den „Klang-Raum“ (K. Raschzok) eines Sonn- oder Feiertags einfügen. Nach zwei Vortests beginnt im Kirchenjahr 2014/2015 die eigentliche Erprobungsphase des Neuentwurfs.

Erprobung

An der Erprobung der überarbeiteten Reihen können sich alle Interessierten beteiligen, indem sie zu einzelnen Sonntagen sowie zum Gesamtentwurf online Stellung nehmen. Probelektionare mit Hintergrundinformationen und den neuen Text- und Liedvorschlägen werden über die Landeskirchen verteilt. Ab dem 1. September 2014 kann der Entwurf als pdf-Datei hier und auf www.perikopenrevision.de  herunter geladen werden. Die Besonderheit der Erprobungsphase besteht darin, dass alle sechs Perikopenreihen im Verlauf eines einzigen Jahres parallel an verschiedenen Orten getestet werden. Die Koordinierung und Auswertung der Stellungnahmen erfolgt in den Landeskirchen. Nach Einarbeitung der landeskirchlichen Voten und endgültiger Beschlussfassung über die neuen Texte soll am 1. Advent 2018 EKD-weit mit einem neuen Lektionar, einem neuen Perikopenbuch, neuen Wochenliedsammlungen und neuen Predigthilfen gestartet werden.

Hintergrund

Die aktuelle Perikopenordnung gilt seit 1978. Sie hat eine hohe Dignität, auch weil sie Traditionen bewahrt, die bis in die Reformationszeit, teilweise sogar bis ins frühe Mittelalter zurückreichen. Wie tief sie im kirchlichen Leben verwurzelt ist, zeigt eine breit angelegte empirische Studie der Theologischen Fakultät Leipzig aus dem Jahr 2010, bei der Haupt- und Ehrenamtliche zur Perikopenordnung befragt wurden. Die Ergebnisse belegen einerseits deren erstaunlich hohe Bindungskraft. Fast zwei Drittel der Nutzer folgt den vorgegebenen Texten immer, nur 3% selten oder nie. Andererseits hält die überwiegende Mehrheit der Befragten keine umfassende Überarbeitung, sondern lediglich einige Verbesserungen für nötig. Fazit der Autoren der Studie: „Die Perikopenordnung gibt Verlässlichkeit und Sicherheit, was nicht bedeutet, dass die derzeitige Ordnung nicht an verschiedenen Stellen verändert werden kann – und aus Sicht vieler Befragter auch sollte“.

Material zur Perikopenrevision finden Sie hier



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